Der grösste Fehler: Den Lebenslauf zu «hübsch» gestalten.
Die Software ist kein Mensch, der Design mag, sondern ein Textextraktor. Sie liest Zeile für Zeile und sucht nach klaren Informationen und Übereinstimmungen mit der Stellenausschreibung.

Was der Software Probleme macht:

  • Grafiken, Logos und Symbole
  • Diagramme oder «Skills-Balken»
  • Kopf- und Fusszeilen mit wichtigen Infos
  • Textboxen und verschachtelte Layouts
  • Mehrspaltige Designs

All das kann dazu führen, dass Inhalte falsch zugeordnet oder gar nicht gelesen werden.

  • Nutze ein einspaltiges Layout.
  • Verwende klare Standard-Überschriften wie:
    • Berufserfahrung
    • Ausbildung
    • Kompetenzen/Fähigkeiten
    • Weiterbildungen
  • Schreibe fortlaufenden Text statt Text in Kästchen und Spalten.

Bleib bei gut lesbaren Standardschriften, zum Beispiel:

  • Arial
  • Calibri
  • Times New Roman
  • Verdana

Diese Schriften werden von allen Systemen problemlos erkannt.

Wenn du ein Gefühl dafür bekommen möchtest, wie gut dein CV maschinenlesbar ist, kannst du zum Beispiel:

  • den Text deines Lebenslaufs in ein leeres Word- oder Google-Docs-Dokument kopieren:
    → Wenn alles in der richtigen Reihenfolge kommt, bist du auf einem guten Weg.
  • einfache Online-Checks (z. B. kostenlose Basisversion von Jobscan) nutzen, um grob zu prüfen, wie gut dein CV zur Stelle passt.

Die Software vergleicht deinen Lebenslauf mit dem Text des Stelleninserats. Passt das, gibt es Punkte. Fehlen wichtige Begriffe, wirst du rasch aussortiert.

  1. Drucke das Stelleninserat aus oder öffne es am Bildschirm.
  2. Markiere die wichtigsten Fachbegriffe und Anforderungen, zum Beispiel:
    • «Agiles Projektmanagement»
    • «SPS-Programmierung»
    • «Content-Erstellung für Social Media»
  3. Baue diese Begriffe in deinen Lebenslauf ein – dort, wo sie inhaltlich auch wirklich stimmen.
  • Schreib die Schlagwörter nicht einfach als Liste ans Ende.
  • Verankere sie im Kontext deiner Tätigkeiten und Ergebnisse, zum Beispiel in den Bulletpoints unter «Berufserfahrung».

Statt nur «Projektleitung»
besser: «Projektleitung im agilen Umfeld (Scrum) mit Fokus auf Schnittstellenkoordination».


Wenn dein CV die Software-Hürde geschafft hat, landet er endlich bei einer Person. Jetzt zählt etwas anderes: Wirkung, Klarheit und Relevanz.

Personalverantwortliche nehmen sich am Anfang oft nur 20–30 Sekunden Zeit. In dieser kurzen Zeitspanne muss klar sein:

  • Wer bist du beruflich?
  • Passt dein Profil zur Stelle?
  • Gibt es konkrete Hinweise, dass du Ergebnisse lieferst?

Standardformulierung:

  • «Verantwortlich für …»
  • «Zuständig für …»
  • «Mithilfe bei …»

Das sagt wenig darüber aus, was du erreicht hast.

Hilfreich ist die „S-A-R-Logik„:

  • Situation: In welchem Umfeld?
  • Aktion: Was hast du konkret getan?
  • Resultat: Was hat es gebracht?

Du musst das nicht als ganze Geschichte ausschreiben, aber du kannst deine Bulletpoints daran ausrichten.

Beispiel:

  • Schlecht:
    «Ich habe geholfen, neue Kunden zu gewinnen.»
  • Besser (mit Wirkung und Zahlen):
    «Akquiriert 12 Neukunden im letzten Quartal und Umsatz im Bereich X um 8 % gesteigert.»

Schon ein, zwei Zahlen pro Station machen einen grossen Unterschied. Sie zeigen, dass du nicht nur «beschäftigt», sondern wirksam warst.

Hinweis für dich: Genau diese Art von Beispielen lässt sich auch im Vorstellungsgespräch nutzen, wenn klassische «Killerfragen» kommen – dazu passt unser separater Beitrag zu schwierigen Interviewfragen.


Ein Lebenslauf darf heute keine Datei mehr sein, die du seit Jahren unverändert herumschickst.

Oben auf Seite 1 solltest du ein kurzes Profil oder eine Zusammenfassung haben. Dort beantwortest du in 3–5 Zeilen:

  • Wer bist du beruflich?
  • Was sind deine 3–4 wichtigsten Stärken?
  • Was bietest du genau für diese Stelle?

Dieses Kurzprofil solltest du für jede Bewerbung anpassen. Das ist Aufwand, erhöht aber deine Chancen massiv.

Du musst nicht dein komplettes Berufsleben bis zur Schulzeit detailliert auflisten. Faustregeln:

  • Fokus auf die letzten 10–15 Jahre.
  • Ältere Erfahrungen nur noch kurz erwähnen, ausser sie sind für die Zielstelle besonders wichtig.
  • Praktika, Nebenjobs etc. nur, wenn sie wirklich etwas zur Position beitragen.

Frage dich bei jeder Station: Hilft das der anderen Seite, mich besser zu verstehen – oder ist es einfach nur Füllmaterial?


Du brauchst kein Designbüro und kein Spezialprogramm. Wichtig ist:

  • sauberer Text
  • ordentliches Layout
  • verlässlicher PDF-Export

Einige praxiserprobte Optionen:

*“ATS-freundlich“ bezieht sich auf Bewerbungsunterlagen, die von Applicant Tracking Systems (ATS) problemlos gelesen und verarbeitet werden können

Wichtig:
Egal welches Tool du nutzt, speichere deinen Lebenslauf am Schluss immer als PDF, damit Layout und Schriften stabil bleiben.


Nimm dir eine fokussierte Stunde Zeit und geh deinen Lebenslauf Punkt für Punkt durch:

  1. Layout entrümpeln
    Einspaltig, klare Überschriften, keine Spielereien.
  2. Stelleninserat danebenlegen
    Wichtige Schlagwörter markieren und sinnvoll in deinen CV einbauen.
  3. Bulletpoints schärfen
    Weg von «zuständig für», hin zu Resultaten mit Zahlen, wo möglich.
  4. Kurzprofil aktualisieren
    Klar sagen, was dich für genau diese Stelle passend macht.

Wenn du merkst, dass du alleine «betriebsblind» bist und deinen Lebenslauf gerne mit einer erfahrenen, externen Perspektive anschauen möchtest:
Dann lohnt sich ein Blick auf unsere Coachings rund um Bewerbungsunterlagen und Selbstmarketing. Gemeinsam geht es oft schneller, klarer und entspannter.