
Kurzfassung: Ein Elevator Pitch ist deine 30–60-Sekunden-Vorstellung. Er zeigt, wer du bist, welchen Nutzen du bringst und was der nächste Schritt ist. Perfekt für Vorstellungsgespräche, Netzwerkanlässe, Telefonate mit Personalern, IV/RAV-Situationen – überall dort, wo du schnell Wirkung brauchst.
Was ist ein Elevator Pitch?
Stell dir vor, du fährst mit jemand Wichtigem im Lift. Du hast eine Minute. Ein guter Pitch beantwortet drei Fragen:
- Wer bin ich – und wohin will ich?
- Welchen Nutzen biete ich konkret?
- Was ist der nächste Schritt? (z. B. „Gespräch vereinbaren“, „Testtag“, „Kontakt auf LinkedIn“)
Warum lohnt er sich
- Sicherheit: Du hast einen klaren Satz parat statt langer Lebenslauf-Geschichten.
- Fokus auf Stärken: Nicht die Lücke steht im Zentrum, sondern dein Mehrwert.
- Chancen nutzen: Du überzeugst in kurzen Momenten – am Telefon, an der Anmeldung, im Aufzug, am Empfang.
- Konsistenz: Dein Lebenslauf, dein Profil und dein Auftritt klingen gleich – das wirkt professionell.
Was gehört hinein?
- Zielrolle/Zielbranche: Wofür bewirbst du dich jetzt?
- Kernnutzen: Welches Problem löst du? Was verbesserst du?
- Beleg/Beispiel: Eine Zahl, ein Ergebnis, eine Mini-Story.
- Call-to-Action: Konkreter nächster Schritt („Gerne zeige ich Ihnen das in einem Probetag“).
- Ton: Klar, freundlich, echt. Kein Fachjargon, keine Entschuldigungen.
So erstellst du deinen Pitch
(Schritt für Schritt)
- Notiere 3 Stärken, die in deiner Zielrolle wirklich zählen (z. B. „strukturierte Planung“, „kundenfreundlich“, „verlässlich“).
- Formuliere deinen Nutzen in einem Satz: „Ich sorge dafür, dass …“ / „Ich helfe …“
- Wähle 1 Beleg (Zahl, Ergebnis, kurze Story).
- Definiere den nächsten Schritt (Gespräch, Probetag, Kontakt).
- Schreibe zwei Versionen:
- 60-Sekunden-Version (für Gespräche)
- 20-Sekunden-Kurzversion (für Telefon/Empfang)
- Laut üben und aufnehmen. Streiche Füllwörter. Lächeln hörbar machen.
- Feedback holen (Coach, Freund, Spiegel) und feinjustieren.
Baukasten-Vorlage
(einfach einfüllen)
- Ich bin … (Rolle/Profil) und suche … (Zielrolle/Branche).
- Ich bringe … (2–3 Stärken) und sorge dafür, dass … (Nutzen/Problem lösen).
- Beispiel: … (konkretes Ergebnis/Zahl/Story).
- Nächster Schritt: … (Einladung/Probetag/Telefonat).
Beispiel 1 – Rückkehr ins Büro (60 Sekunden)
„Ich bin Office-Allrounderin mit Fokus auf Kundenempfang und Terminorganisation und suche den Wiedereinstieg im Front-Office.
Ich bringe Ruhe, saubere Abläufe und ein freundliches Auftreten mit – so bleiben Wartezeiten kurz und das Team arbeitet konzentriert.
Im letzten Einsatz habe ich die Terminplanung neu strukturiert, dadurch sanken No-Shows um 20 % und die Kundenzufriedenheit stieg spürbar.
Gerne zeige ich Ihnen das in einem Probetag – passt nächste Woche Dienstag oder Donnerstag für ein kurzes Kennenlernen?“
Beispiel 2 – Handwerk/Logistik (20 Sekunden)
„Ich bin Logistiker mit Staplerausweis und suche eine Stelle im Wareneingang.
Ich sorge dafür, dass Ware pünktlich und korrekt verbucht wird – in meinem letzten Einsatz ging die Fehlerquote auf unter 1 %.
Hätten Sie Zeit für ein kurzes Gespräch oder einen Probetag?“
Do’s & Don’ts
Do:
- Blick nach vorne („Ich will …, weil ich … bewirke“).
- Konkrete Beispiele statt Allgemeinplätze.
- Ruhig sprechen, klar lächeln, aufrecht stehen.
Don’t:
- Sich entschuldigen oder rechtfertigen.
- Lebenslauf nacherzählen.
- Zu viele Details, Zahlenfriedhof oder Fachjargon.
Mini-Übung
(10 Minuten)
- 3 Minuten: Stärken + Nutzen notieren.
- 4 Minuten: Baukasten-Vorlage ausfüllen.
- 3 Minuten: Laut sprechen, Aufnahme anhören, 3 Wörter streichen.
Bonus: Pitch für Telefon/Empfang
„Guten Tag, hier ist …
Ich suche eine Einstiegsstelle als …
Ich bringe …, zuletzt habe ich … erreicht.
Sollen wir einen kurzen Termin vereinbaren
oder darf ich meine Unterlagen senden?“
Fazit:
Dein Elevator Pitch ist kein Spruch, sondern ein kleines Versprechen: Wofür kann man dich einsetzen – und was kommt dann besser raus? Wenn das klar ist, öffnen sich Türen.


